Berit und Anna sind asexuell. Viele Menschen wissen aber gar nicht was Asexualität ist. Erklärt haben sie es deshalb schon oft und selbst im A*Spektrum gibt es zahlreiche Mikrodefinitionen: Demisexuell, Greysexual, oder Fraysexual um nur einige zu nennen. Trotz der großen Vielfalt an sexuellen Auslebungen bleiben diese Begriffe in der Regel in der Community und finden nur selten Gehör in den Medien.
Anna kann sich nicht erinnern, dass sie im Standard oder ORF je etwas über Asexualität gehört hätte. Auch das A in LGBTQIA+ wird gerne weggelassen, auch zum Pride-Month im Juni. Für Anna beginnt die Auseinandersetzung online. In einem Forum liest sie zum ersten Mal von Asexualität. Asexuell bedeutet, wenig oder keine sexuelle Anziehung zu empfinden. Doch innerhalb dieses Spektrums gibt es viele unterschiedliche Erfahrungen. Das macht es oft schwer, sich selbst einzuordnen. Bei Berit dauert es länger. Sie begegnet dem Begriff schon im Studium. Sie beschäftigt sich damit und erkennt sich trotzdem nicht darin wieder. Die Definition ist falsch.
Heute gibt es mehr Information und Wissen. Dieses wurde vor allem von Privatpersonen und Vereinen zusammengetragen. Acearo.at ist so einer. In Wien ansässig, will der Verein für mehr Sichtbarkeit in Österreich sorgen. Anna und Berit arbeiten ehrenamtlich für den Verein und organisieren Workshops und Gesprächsrunden.
In Gesprächen könnte man vielen von diesen Vorurteilen begegnen und sie entkräften. Während den Awareness Wochen zu Ace und Aromantik veranstalten acearo.at in Kooperation mit der ÖH Infoabende, doch meist kämen immer die gleichen Personen. Umso wichtiger wäre daher die Repräsentation in größeren Medien.
Die lokale Vernetzung ist aufgrund der Größe der Community begrenzt. Im Internet finden Anna und Berit deshalb auch überregionale Gemeinschaft. Hier funktioniere der Austausch global und es lässt sich so anfühlen, als wäre die Gruppe nicht so klein wie sie sich manchmal anfühlen kann.