„Trans* Menschen versuchen einfach zu existieren“ – Transgender

Trans* Menschen sind Menschen, denen bei Geburt ein Geschlecht zugewiesen wurde, das nicht ihrer Identität entspricht.

Deutsche Antidiskriminierungsstelle des Bundes

Steffi Stankovic ist acht Jahre alt, als sie eine Fernsehsendung sieht, die sie nicht mehr loslassen wird. In der Talkshow von Arabella Kiesbauer sprechen mehrere trans Frauen über ihr Leben. Das Publikum reagiert überrascht, teilweise irritiert.

Für Stankovic ist es ein anderer Moment. Zum ersten Mal erkennt sie sich in dem, was sie sieht. Damals wird noch von „Transsexuellen“ gesprochen – ein Begriff, der heute kritisiert wird, weil er Geschlechtsidentität mit Sexualität verwechselt. Doch die Wirkung dieses Moments bleibt. Jahre später, in den 2010ern, outet sich Stankovic selbst als trans Frau und beginnt ihre Transition. In ihrem persönlichen Umfeld erlebt sie dabei vergleichsweise viel Offenheit. Viele Menschen seien zwar unsicher gewesen, hätten aber zugehört, sagt sie.

Über die Wichtigkeit von Sichtbarkeit

Dieser medial vermittelte Kontakt zu anderen trans Personen ist für Steffi Stankovic auschlaggebend, wieso sie heute selbst für Sichtbarkeit von trans Personen aktiv ist. Auf Instagram hat sie über 11.000 Follower:innen. Dabei ist ihr wichtig zu betonen, dass Sichtbarkeit nicht mit Sicherheit einhergeht. 

Der Backlash der heute durch die Politik vor allem in den USA stattfindet sei erschreckend, findet Stankovic. Es erinnere sie an Zeiten in denen in Talk-Show-Formaten darüber diskutiert wurde, „ob trans Personen existieren dürfen“. Bei Pro und Contra Diskussionen, bei denen in vielen Fällen nicht einmal trans Personen dabei waren, wurde über Existenzen von Personen diskutiert, die strukturell diskriminiert werden, erzählt die trans Aktivistin. Sie selbst war einmal bei so einem Format: „Es war Political Hunger Games. Ich habe damals gesagt, dass Debatten dieser Art, über Menschen, Basic Human Rights keine Meinungssache sind.“ 

Stankovic setzt sich deshalb selbst für eine andere Form der Repräsentation ein. Eine, die nicht auf Sensation setzt, sondern auf Normalität. Für sie geht es dabei um etwas Grundlegendes: „Trans Menschen versuchen einfach zu existieren.“

Für die Zukunft wünscht sie sich, dass Medien und Gesellschaft diese Realität anerkennen. Und dass die Existenz von Menschen nicht länger zur Debatte steht.