„Non-binäre Personen sind in den Medien fast non-existent“ – Queer/Questioning/Non-Binär

Scibbie ©privat

Scibbie ist 24 Jahre alt und Teil einer der queersten Generationen aller Zeiten, so eine GALLUP-Umfrage von 2022. Jede fünfte Person ordnet sich dem LGBTQIA+ Spektrum zu und Scibbie fällt unter das Q als nicht-binäre Person.

Non-binär sind Personen, die sich als nicht weiblich oder nicht männlich identifizieren. Der Begriff wird auch als Umbrella – Term oder Überbegriff für alle Personen bezeichnet, die sich nicht (nur) als Mann oder nicht (nur) als Frau identifizieren.

Verein Nicht-binär

Gefunden hat Scibbie es nicht in der Schule oder im Fernsehen, sondern in sozialen Medien. In kurzen Videos erzählen dort Menschen von ihrem Alltag als nicht-binär. Keine großen Inszenierungen und keine Klischees. Einfach persönliche Erfahrungen. Zum ersten Mal passt etwas. Nicht-binär beschreibt Menschen, die sich nicht ausschließlich als männlich oder weiblich identifizieren. Für Scibbie ist es ein Begriff, der hilft, das eigene Erleben zu verstehen. Zwei Jahre lang tastet sich Scibbie heran. Auch, weil viele Darstellungen in Medien wenig mit der eigenen Realität zu tun haben. Kurze Haare, kein Make-up, bestimmte Kleidung: Das sind Bilder, die immer wieder auftauchen, aber kaum Vielfalt zeigen.

Erst durch den Austausch mit anderen nicht-binären Personen wird das Verständnis klarer. Persönliche Begegnungen ersetzen das, was in klassischen Medien oft fehlt: differenzierte Repräsentation. Wenn nicht-binäre Menschen dort vorkommen, dann häufig in problematischen Kontexten. Besonders Boulevardmedien würden Themen oft verkürzt oder unsensibel darstellen.

Das hat Folgen für den Alltag.

Scibbie über das Unverständnis gegenüber Non-Binarität

Solange die Gesellschaft stark in „männlich“ und „weiblich“ denkt, wird es für Scibbie auch in Zukunft schwierig sein, als nicht-binäre Person ohne Diskriminierung zu leben. Manchmal fühlt sich Scibbie deshalb machtlos und wünscht sich vielfältigere Darstellungen in den Medien.

und die mediale Unsichtbarkeit