Das Plus-Zeichen + wird als Platzhalter für weitere Geschlechtsidentitäten verwendet.
Amnesty International
Das Pluszeichen am Ende von LGBTQIA+ steht für all jene Identitäten, die nicht im Akronym genannt werden. Es ist ein offenes Kapitel, dass kein Ende hat. Dadurch wird es abstrakt und unsichtbar. Während Begriffe wie lesbisch, schwul oder trans zunehmend sichtbar werden, bleibt vieles, was unter das „+“ fällt, im Hintergrund. Namen fehlen, Geschichten fehlen, Repräsentation fehlt.
Der intersektionale Gedanke der US-amerikanischen Juristin Kimberlé Crenshaw, gibt einen eine Perspektive, wie man diese Zersplitterung wieder in ein Bild setzen könnte. Dabei geht es um die Verbindungen von marginalisierten Gruppen. Menschen die nicht nur aufgrund ihrer Zugehörigkeit zum LGBTQIA+ Spektrum diskriminiert werden sondern auch beispielsweise wegen ihrer Hautfarbe, Herkunft, Klasse, Kaste, Religion, ethnischen Zugehörigkeit, Behinderung oder ihres Alters.
Für viele Menschen bedeutet das: Sie erleben Ausgrenzung nicht nur in einer Hinsicht, sondern auf mehreren Ebenen gleichzeitig. Das Pluszeichen versucht, dafür Raum zu schaffen. Doch ein Symbol allein reicht nicht. Weil diese Kategorie offen gedacht ist, kann hier aber auch nicht eine Einzelperson zu Wort kommen.
Das Plus ist ein Zeichen für Vielfalt. Aber auch eine offene Rechnung mit der Sichtbarkeit marginaler Gruppen, die in der Regel nicht repräsentiert werden.